Top 10 DSA Kampagnen (Das schwarze Auge)

Der aktuelle Dorpcast hat nach der Hörerfrage von Andi über Kampagnen gesprochen und was sie unvergesslich macht. Dabei ist es nicht relevant wie lang eine Kampagne ist. Als Beispiel dienen hier die Sternenträger, Rabenblut oder Theaterritter, denn diese haben jeweils 6 Bücher und können dennoch nicht mit der schmächtigen Phileasson Neuauflage mithalten. Spielt es eine Rolle ob sie gealtert und wieder veröffentlicht werden? Ist es Nostalgie oder allein die Umwälzung des „Metaplots“?

Die Frage steht im Raum

Was ich weiß: Eine Kampagne muss nicht zwangsläufig lang sein. Sie muss aber vor allem gespielt worden sein. Durch die Gespräche mit anderen kommen die Geschichten immer wieder zu den festen Wurzeln der Abenteuerwelt und jeder hat eine Meinung, auch wenn sie noch nicht gespielt wurde. Es gab bereits vor der Aventurien-weiten Reise die Orkland-Kampagne und die Südmeer Tetralogie, doch erstaunlicherweise werden diese nicht in einem Atemzug mit ersterer genannt. Auch Nachfolgende Bände wie Löwe und Rabe, Aarenstein oder Kyrjaka können sich nicht mit einem Sieben Gezeichnete oder Jahr des Feuers messen. Phileasson hat dabei nicht einmal den Metaplot vorangetrieben. Man köchelte auf der Seeadler sein eigenes Süppchen, erforschte etwas die Elfen und die Echsen und kam dann wieder in Thorwal an. Wirklich viel ist im Vergleich zu den Schwarzen Landen oder der Zerstörung von Gareth nicht passiert. Selbst Löwe und Rabe mit dem Khomkrieg und die Allianz des Mittelreiches gegen die AlAnfaner erschafft mehr Veränderungen.

Die Frage bleibt unbeantwortet

Der Metaplot kann ausschlaggebend sein, muss es aber nicht. Ankündigungen können hilfreich sein, sind aber kein Garant. Bei der G7 hat es damals funktioniert. Spieler konnten im Boten Monat für Monat mitverfolgen, wie NPCs sterben und Landstriche verschwinden. Es war mysteriös und jeder wollte dabei sein. Die Drachenchronik wurde als „the next big thing“ angekündigt und verdampfte dann wabernd im Limbus, kaum jemand scherte sich damals um sie. Auch die sagenumwobenen Theaterritter wurden aufgebauscht und kochten dann auf kleiner Flamme vor sich hin als sie endlich da war.

Überangebot und Legendenbildung

Die bloße Länge einer Kampagne sorgt mittlerweile im Überangebot eher für Ablehnung, da sie zuviel Zeit kosten könnten, die man für andere Projekte braucht. Wichtig ist am Ende, dass etwas gespielt wird und die Leute dann darüber reden. Dadurch wird sie erhöht, auf einen Podest gesetzt und verklärt. Mythen bilden sich um das Spiel, jeder will seine eigenen Helden ins Rennen führen und miterleben, man will selbst Geschichten dazu erzählen. Dieses Feuer brennt dann exponentiell immer größer und größer, weil noch mehr mitreden wollen. Künstlich kann man so einen Mythos nicht erschaffen!

Doch was sind meine alltime-Favourites der DSA Kampagnen?

Die -10- : Wildermark – Von eigenen Gnaden mit wehenden Bannern

Nachdem der Untote Heerwurm das Land verwüstet hat, bleiben Flüchtlinge und Söldner zurück. Nekromanten müssen erschlagen werden und Baronien geordnet. Setzt euch gegen Barbaren durch, schlagt die Goblins aus den Bergen zurück, es ist so unendlich viel zu tun.

Die -9- Lamea-Expedition

Das Abenteuer 100 war tatsächlich ein echter Kracher. Aventurien durchbricht den Efferdwall und entdeckt den verschollenen großen Bruder Myranor. Das Güldenland lockt mit Metallen und exotischen Rassen wie Leonir, Amaunir oder Bärenmenschen. Woher kommen die Thorwaler oder die Horasier? Welche Kulturen ließen sie vor 2500 Jahren auf die Schiffe steigen und fliehen? Entdeckt allein auf verlorenem Posten diesen Kontinent und stürzt euch ins Abenteuer!

Die -8- : Königsmacher

Eine zweibändige und leider oft vernachlässigte Kampagne rund um den Horas-Thron. Die Erbfolge wird gesucht und verschiedenste Parteien gieren nach ihm. Erfrischend politisches Verwirrspiel mit Twists und dem ein oder anderen Kampf mit großem Finale. Bitte nur für erfahrene Spieler, die wirklich Lust auf Politik im Horasreich haben. Nach zahlreichen Abenteuern um Kampf und Wildnis vielleicht als kurzer Einschub „zwischendurch“?

Die -7- : Jahr des Greifen

Der Orkensturm schließt Greifenfurt ein und ihr müsst in einem closed room Szenario überleben. Doch etwas ist mit euch in der Stadt eingeschlossen und je mehr die Orks ihren Druck erhöhen, desto größer ist die Not im Inneren. Wer sich hier liebevoll um die Gestaltung seiner NPCs kümmert, der kann Erfahrungen schaffen, die eure Spieler ihren Lebtag nicht vergessen werden!

Die -6- : Quanionsqueste

Eine Kampagne die sich rein auf den Gott Praios fokussiert und viele Aspekte rund um seine Prinzipien beleuchtet. Teilweise etwas obskur durch die Weltgeschichte laufen, nur lose Verknüpft mit dem Metaplot und nicht so schön strukturiert wie Phileasson, aber durchaus ein würdiger Platz in der Top 10. Spielt gerne doch eine Themengruppe Geweihter für noch mehr Rollenspiel, zugeschnitten auf diese liebevolle Abenteuerreihe!

Die -5- : Jahr des Feuers

Galotta ist zurück! Rhazzazor verheert die Lande und ihr müsst dieses Bündnis der Mächtigen beenden. Mehr Einfluss könnt ihr kaum sammeln, wenn ihr eure Helden langfristig aufbauen wollt. Wer mag kann auch noch Helme Haffax und Dimiona mit einstreuen, dann habt ihr direkt eine kleine Splitterdämmerung. Nach den G7 hat das Jahr des Feuers die meisten Metaplot-Veränderungen hervorgebracht und weitere Kampagnen wie die Quanionsqueste oder Wildermark hervorgebracht. Viele mögen sie nicht wegen der teilweisen Linearität oder einem schlechten Buch 2, doch wie man sie besser leiten könnte, habe ich an einem Beispiel gezeigt. Siehe dazu die Actual Play Reihe.

Die -4- : Phileasson Saga

Nach den ersten Schritten auf Aventurien solltet ihr euch auf Erkundung begeben. Mit gut 2 Jahren (+/-6 Monate) ist dies eine überschaubare Kampagne, die euch direkt mitreden lässt. Der Metaplot um die Elfen hat mich zwar recht schnell genervt, doch die Schauplätze mit Eis, Wüste, Dschungel und Meer haben soviel Abwechslung, dass ich sie nicht missen möchte!

Die -3- : Spielstein Kampagne

Die erste Einsteigerkampagne für Junghelden. Der Metaplot ist an den Haaren herbeigezogen schlecht und kann gerne ignoriert werden, doch zum Kennenlernen der Welt und den ersten Schritten auf Aventurien kann ich diese 4 Bücher nur empfehlen. Ich denke gerne zurück an meine ersten Erfahrungen als Spieler und auch als Spielleiter habe ich sie schon näher gebracht. Ich würde sie immer wieder erneut leiten wollen. Schnell, effizient, empfehlenswert.

Die -2- : Die Garethbox – Gassenhelden

Eine gewaltige Stadt, unendliche Abenteuer. Lasst uns die Hauptstadt kennenlernen. Vom Adel bis zu Bettlern. Richter und Soldaten. Golems, Chimären, Rätsel und Kanalisationen. Beinahe jeder Held kann hier integriert werden. Viele Szenarien aus unterschiedlichen Städten können sicherlich hierhin verlegt werden, doch auch nur mit der Box macht es unendlich viel Spaß den Moloch kennenzulernen und immer wieder die gleichen NPCs zu sprechen.

Die -1- : Splitterdämmerung

Die Splitterdämmerung ist ein Monster. Sie verändert den Metaplot massiv (wenn auch nicht immer zum Besten) und umfasst viele Bücher mit noch mehr Seiten. Sie ist Bockschwer zu leiten mit viel Eigenverantwortung auf Seiten der Spielleitung, ziemlich lang und nur für erfahrene Helden (und Spieler!)
Die Splitter der geborstenen Krone von Borbarad müssen zerstört und die Heptarchen getötet werden. Ob dies immer gelingt ist nicht immer festgelegt, doch es ist ein Mammutprojekt. Als letzte Kampagne mit den DAS 4.1 Regeln ist sie noch relativ neu und bedient verschiedene Aufgaben für die Helden. Von Kampf bis zu Sozialer Interaktion, Wildnis von Schnee über Wasser zu totem Land, Götter und Magie. Alles wird bedient, jeder findet seinen Spaß. Die ohne Frage beste Kampagne!

Eure Meinung

Doch da dies eine subjektive Liste ist, fordere ich euch nun auf selbst aktiv zu werden. Veröffentlicht eure Lieblingskampagne. Eine Top 10 Liste. Egal ob DSA oder auch andere Systeme wie Cthulhu oder Pathfinder. Verlinkt den Dorpcast als Ideengeber und bloggt, V-loggt oder podcastet über eure Meinung.
Achso ja: Die sieben Gezeichneten sind nicht in meiner Top 10. Einzelne Abenteuer sind ziemlich gut, aber die Kampagne ist mir zu überladen, zu groß und wird von mir in den nächsten 20 Jahren nicht gespielt oder geleitet werden. Sie verdient so wie sie ist keinen Platz in meiner Top 10 und wird dort auch nicht mehr auftauchen.
Habt ihr Interesse an weiteren Top-Listen? Andere Spielsysteme wie Cthulhu oder Warhammer?
Wollt ihr eine Flop-Liste sehen? Habe ich euch Inspiriert zu eigenen Blogs oder VLogs? Lasst mir gerne einen Kommentar hier, wenn ihr soweit gelesen habt…

10 Dinge, die ein Rollenspieler getan haben muss

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ElektroRolf

Schöne Einordnung. Für mich wäre wohl die Wildermark noch ein bisschen weiter vorne. Aber allesamt würdige Erwähnungen 😀

Der Mönch

Hi, Listen machen eigentlich immer Spaß! Flop Listen sind auch unterhaltsam! 7G ist für mich ausser Konkurrenz irgendwie…

Der Mönch

Wirklich schwierig, weil ich es ähnlich wie oben geschrieben sehe: man sollte nur gespielte Kampagnen beurteilen, alles andere bleibt graue Theorie. Deshalb ist meine Auswahl sehr beschränkt und bezieht sich vor allem auf Kampagnen der 90er bis 2008 ca. Reihenfolge stimmt nicht ganz, aber ich fand alle grundsätzlich gut und hatte jeweils gute Tage, Wochen und teilweise dann auch Jahre Spielzeit. Call of Cthulhu – Horror im Orientexpress Das Schwarze Auge – Phileasson Das Schwarze Auge – Simyala-Kampagne Das Schwarze Auge – Greifenfurt Vampire The Masquerade – Transylvanische Chroniken Das Schwarze Auge – Jahr des Feuers Das Schwarze Auge –… Weiterlesen »

[…] sich der Frage, was Abenteuer-Kampagnen aus seiner Sicht abhebt. Seine Favoriten listet er in einer Top-10-Liste […]

FRAZ

Servus.
In meinem persönlichen Ranking wären die Simyala Trilogie und G7 (obwohl ich sie nie zu Ende bekommen habe) ziemlich weit oben.
Und waren die ersten Abenteuer (also “Wirtshaus zum Schwarzen Keiler” bis “Die Sieben Magischen Kelche”) nicht auch ein Kampagne? Dann müsste ich die schon aus Nostalgie in meine Top10 aufnehmen.

Danke für die Erinnerung an frühere Heldentaten.

All out of Salt

Interessante Liste, leider könnte ich (da nicht so viele gespielt) nicht mal eine Top 3 aufstellen 😅

Iwan v.Tschreklitsch

Habe die Spielsteinkampagne gespielt, ohne den grottigen Verknüpfungsplot. Und daher ist es imho auch keine Kampagne. Die einzelnen Abenteuer sind natürlich trotzdem gut und empfehlenswert. Phileasson nach blauem Band gespielt. Hat ein paar Jahre gedauert, war dafür aber grandios. Leider hat die Redaktion (so habe ich es mal irgendwo als Aussage vom Hennen gehört) damals dafür gesorgt, dass SPOILER: Eine mögliche Weiterverfolgung eines Hochelfenplots wohl extrem schwer würde. Damit hat diese Kampagne auch eine Chance vertan, da im Bezug auf den aventurischen Metaplot der status ante quo am Ende erreicht ist. Klar ist einiges anders als vorher, aber nicht in… Weiterlesen »

Dennis Koselowsky

Meine Top 5 sind:

  1. G7 (v.a. Siebenstreich und Rausch der Ewigkeit)
  2. Jahr des Greifen
  3. Jahr des Feuers
  4. Simyala
  5. Phileasson-Saga
Dennis Koselowsky

Ja, alle gespielt

Dennis Koselowsky

Alle gespielt. Bei Jahr des Feuers sind wir noch an “Rückkehr des Kaisers” dran.

Rattenjunge

Bin super froh das ganze hier gefunden zu haben. Sind mit 5 Freunden an Silvester angefangen dsa zu spielen und ich mache seit Anfang den Spielleiter,macht super Spaß aber ist grad zum Anfang super zäh und anstrengend. Keiner von uns hat Erfahrung im realen rollenspiel und daher ist es oftmals sehr schwer in das Gefühl des Spiels reinzukommen. Habe lange gesucht nach einer Möglichkeit die Spieler mit auf eine Reise zu nehmen und sie darin versinken zu lassen und hab mir die spielstein Kampagne rausgesucht. Jetzt habe ich mit dieser top 10 noch ein paar lange Abenteuerreihen die wir probieren… Weiterlesen »