NordCon 2019 – Superspontaner Spontanfrosty

Frosty war – wie der Titel schon suggeriert – superspontan auf der NordCon in Hamburg. Ich wurde von Podcast-Kollege Steamtinkerer gefragt, ob ich nicht auch komme und wir uns dort treffen. Da ich am Wochenende noch nichts vor hatte (außer Podcast schneiden), habe ich die Idee nicht einmal reifen lassen, sondern ein Telefonat vorgezogen und bin losgefahren. Einfach so…

Hamburg

Da meine Familie leicht südlich von Hamburg wohnt, konnte ich dort unterziehen und musste mir keine Gedanken um Hotel oder Ähnliches machen. Nach einer 2.5 stündigen Autofahrt von Braunschweig aus, habe ich mein Ziel sicher erreicht und noch vor Betreten direkt die ersten bekannten Gesichter gesehen. Freund Michael Jaegers und Ralf Sandfuchs kamen mir entgegen. Nach einem kurzen Hallo habe ich mir mein Bändchen geholt (3 Tage Convention für 10€) und direkt vor dem Eingang bereits weitere bekannte Gesichter gesehen. Zum Einen war die Drachenzwinge mit einigen Freunden vertreten, zum Anderen habe ich Frank, Lena und weitere Autor*innen vom Roll Inclusive Projekt getroffen. Pünktlich um 20:00 Uhr durften wir das Gelände betreten.

Freitag

Zunächst ging es auf die sogenannte Schlachtenwiese der LARPer*innen, wo Zelte und Heerlager besichtigt werden konnten. Im späteren Verlauf sollte es hier noch Fechtübungen und Vorführungen aus Lüneburg geben. Da ich die Darsteller aber schon vom Elbenwald-Festival kannte, habe ich hier verzichtet.

Viel wichtiger war für mich das Aufsuchen der Stände vom Uhrwerk-Verlag und System Matters. Da ich bereits vor zwei Wochen eine große Bestellung in Auftrag gegeben hatte und nichts wirklich mehr gebraucht habe, lief es hier nur auf ein weiteres freudiges Hallo hinaus. Wir haben uns unserem kleinen Verbund aus Blogger*innen und Podcaster*innen dann erstmal nur Gespräche vor Ort geführt. Dort habe ich dann auch Kollegen Steamtinkerer getroffen und auch Uhrwerk-Supporter Michel. Wir haben die fixe Idee entwickelt einen großen gemeinsamen Podcast zu machen und alle einzuladen, die Zeit und Lust haben. Also ging es weiter zu System Matters. Dort habe ich mich tatsächlich eine Stunde lang mit den Jungs ausgetauscht und viel neues Erfahren, was sie später dann auch am Samstag im Workshop verraten haben. Bei mir wird es Zukunft viele neue Vorstellungen der kleinen Systemen geben.

SciFi Artemis

Beim Erkunden der riesigen Schule fiel mein Blick neben der Turnhalle, wo wir Tabletop spielen konnten, auch auf die oberen Räume, wo die Veranstalter gleich vier Klassen mit Laptops vernetzt haben. Das mag sich jetzt nicht nach Pen and Paper anhören und ihr mögt Recht haben, aber auf Artemis lohnt sich wirklich ein Blick. Ich selbst habe die Simulation während meines Physikstudiums kennengelernt, dort haben wir mit 30 Leuten im Hörsaal nachts um 12 auf einer LAN-Party in der Universität Raumschiffe durch das All gelenkt. Hier ist Kooperation, Teamplay und vor allem eine gute Führung gefragt. Jeder Teilnehmer (6 Personen pro Schiff) sitzen in unterschiedlichen Abteilen des Raumschiffs und müssen ihre Maschinen bedienen. Die Führung gibt Befehle, Energie muss umgeleitet werden, Steuerdüsen oder Raketen, Schilde oder Laser. Das Spiel nennt sich selbst Spaceship Bridge Simulator und exakt das ist es. Wer die Chance mal bekommt, sollte sie nutzen. Jedes Schiff steht am Ende über das Funkdeck mit den anderen Schiffen in Kommunikation (Headsets + Teamspeak), damit die Kommunikation zwischen den Klassenräumen klappt und jeder Commander seine eigenen Befehle geben kann.

Ich habe mit Eva-Maria von Erdenstern und einigen anderen Autoren und Verlegern von Romanen gesprochen. Vielen neue Leute, die ich kennenlernen durfte. Ein toller erster Nordcon Tag

Samstag Mittag

Der Samstag stand für mich ganz im Zeichen von Workshops. Spielrunden finde ich zuhause noch und nöcher, immerhin haben wir bald auch wieder die Brot und Spiele in Braunschweig mit über 100 Gästen pro Monat. Während ich wöchentlich spielleite, sammle ich genug praktische Erfahrung weshalb mir die Theorie in diesem Rahmen lieber war. Daher zog ich es vor mir Vorträge anzuhören und habe diese kleine Programm etwas strukturiert im Vorfeld. Leider lagen einige auf den gleichen Slots, weshalb ich leider nicht alles hören konnte, was ich interessant fand.

Grundlagen der Rollenspieltheorie

Was ist Rollenspiel-Theorie und wofür braucht man sie? Schlagworte wie Spielertypen, Dramaturgie, Improvisation haben die meisten schon mal gehört. Aber was verbirgt sich hinter den Begriffen? Helge hat hier einen in meinen Augen sehr schön strukturierten Vortrag gegeben und vieles dem geneigten Zuhörer offenbart. Es war eine Mischung aus Robin D Laws, dem Wege des Meister (DSA) und methodischem Spielleiten von Florian Berger. Die bekannten sieben Spielertypen durften nicht fehlen, ich selbst kannte aber auch die Spielleitertypen noch nicht und habe daher auch einiges Neues erfahren.

Was wollen meine Spieler*innen an meinem Tisch?

Direkt im Anschluss ging es nahtlos weiter mit Daniela. Sie brachte sehr viel Witz in den Workshop und vertiefte das “eben erlernte” noch einmal indem sie die Spielertypen von Laws noch weiter erklärte. Was mache ich, wenn ich einen Taktiker am Tisch habe oder wie stelle ich einen Casual zufrieden? Was mache ich mit PvP und wie kann man bereits im Vorfeld der Runde seine Spieler*innen glücklich machen.

Nach diesem Workshop konnte ich mich unten noch etwas umsehen und habe auch viele bekannte Gesichter der Drachenzwinge getroffen, einige Neue kennengelernt (halb Deutschland reiste an!) und habe auch just mit den Mäddels von Orkig im Geschmack gestreamt. Wir haben Markus Heitz spontan interviewt, der auch gleich einen Gruß für den Stream da lies.

Von der Idee zum Abenteuer

Einer von vielen Workshops des System Matters Verlags. Andreas stellt sein neues Buch vor und ging auf die vielen Fragen ein. Wie baue ich ein Abenteuer. Zwar wurde das Werk auch schon in den aktuell sechs Podcasts vorgestellt, trotzdem war der Raum erneut gerammelt voll und die Diskussionskultur sehr ansteckend.

Kurz und knackig – fokussierte Runden

Meine Kolleginnen von Orkig im Geschmack (mit denen ich im Vorfeld ja kurz streamte) habe ein für mich sehr interessantes Thema aufbereitet. Da ich ja ebenso wie sie gerne meine Spielrunden konzentriert und so kurz wie möglich abhandeln würde (Kampagnen sein hier ausgenommen), war dieser Workshop genau richtig für mich. Falls ihr übrigens Mitschriften von diesem oder vielen anderen Workshops sucht, dann könnt ihr auf dem Twitterkanal von Christina ihre Notizen herunterladen und dort etwas mehr erfahren.

Roll Inclusive

Das sehr erfolgreiche Kickstarterprojekt Roll Inclusive bekam ebenso einen eigenen Workshop. Der sogenannte Trollturm war ein großer Musikraum mit Bühne und platzte aus allen Nähten. Da ich bereits andere Vorträge im Trollturm gehört habe, konnte ich dies beurteilen, sehr viele Spieler*innen haben sich in die Diskussion gewagt. Lena und Frank haben hier gemeinsam mit ihren Mit-Autor*innen durch den Vortrag geführt und sehr verständlich ausgeführt, wieso solch ein Projekt eigentlich benötigt wird. Es geht nicht darum die Privilegierten zu unterdrücken und sie zu gängeln, sondern viel mehr darum, dass man den diskriminierten Personengruppen eine Stimme gibt, die sonst nicht gehört wird. Tatsächlich waren viele Teilnehmer*innen im Publikum der LGBTQI* Szene zugehörig. Die anschließende Fragerunde wurde noch verlängert, da es sehr viel Redebedarf gab. Ich musste zu dieser Zeit die Veranstaltung aber verlassen, da einige Podcaster noch auf mich gewartet haben, weshalb ich nur die bis 20:00 Uhr angesetzte Zeit lauschen konnte.

Per Anhalter ausgespielte, durch die frostigen Systeme dampfende NordCon 2019 Megacast

Aus der spontanen Idee vom Freitag konnten wir tatsächlich einige Freunde requirieren und saßen so um kurz nach 20:00 Uhr in einem Klassenraum. Mit zehn Leuten zu Podcasten war schon etwas wired und das Ergebnis kenne ich zum aktuellen Zeitpunkt auch noch nicht, aber ihr könnt euch diese Folge demnächst auch anhören. Ein wirkliches Thema hatten wir nicht, sodass es ein einfacher Labercast wurde. Das wir miteinander Connecten und Verbundenheit ausdrücken, stand für uns Freunde im Vordergrund.

Damit war dann auch die Convention für mich beendet. Ein letztes Pilgern zu den Ständen und das Verabschieden stand für mich an. Am Sonntag konnte ich nicht wiederkommen, weshalb hier die Nordcon für mich endete. Sie war hervorragend. Ich freue mich nächstes Jahr wieder zu kommen und eventuell selbst ein paar Vorträge zum Besten zu geben. In meiner Spontanität dieses Jahr war dies leider nicht mehr möglich.

Mehr Conberichte findet ihr bei mir hier, zum Beispiel die Spielmesse in Essen oder ConLeo in Braunschweig.

Hier findet ihr mehr Informationen zur Nordcon.

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