Conventus Leonis 2019

Mein letzter Con-Bericht ist noch gar nicht so lange her, just schiebe ich direkt die nächste hervorragende Veranstaltung hinterher und berichte über die Conventus Leonis 2019 in Braunschweig. Wieso eine schwarzer Kubus mit einem Einschub vorne und einigen Blicklichtern für uns überlebenswichtig war, erfahrt ihr unter Anderem hier!

Brot und Spiele

Wie auch schon der Gratisrollenspieltag 2019 wird die ConLeo seit mehr als 20 Jahren von einem Freundeskreis aus Braunschweig organisiert. Jeden Monat trifft sich die Braunschweiger Szene in einem Jugendzentrum, isst gemeinsam und spielt Brettspiele oder Pen and Paper. Der Name ist Programm und lockt in dieser Kombination jeden Monat erneut nette Menschen an die Tische. Die Conventus Leonis findet zwar nur ein mal im Jahr statt, zieht dann aber auch überregional Freunde aus ganz Deutschland hier her. Sie ist noch etwas kleiner als die kommerziell organisierten Veranstaltungen, dafür umso gemütlicher.

Beyond the Wall

Ich bin als Braunschweiger direkt zu Beginn am Freitag angereist und stand kurz vor 18:00 Uhr vor den Türen. Es kam sofort zu netten Gesprächen während der Wartezeit über die verschiedensten Themen und Systeme. Bereits im Vorfeld habe ich mich als Spielleiter eintragen lassen und konnte so den Eintrittspreis von 7€ sparen. Nachdem ich mich etwas umgesehen habe und die Stände der Verkäufer begutachtet habe, bin ich an meinen Tisch im Saal gewandert und dort Beyond the Wall ausgepackt. Das hübsche OSR Rollenspiel von meinen Freunden von System Matters hat mich mit seiner Einsteigerfreundlichkeit und angenehmen 3-5 Stunden Spielzeit für Cons komplett überzeugt.

Wie bereits vor grob einem Monat auf dem GRT19 müssen keine Charaktere aufwändig im Vorfeld gebaut werden oder unbedingt mitgebracht werden, all dies läuft am Tisch gemeinsam mit der Spielleitung. Das durchweg positive Feedback meiner Spieler verleitet mich sicherlich auch beim nächsten Mal zu einer weiteren Runde, grade das Aufbauen des Dorfes zu Beginn ist immer ein Highlight.

Ich habe nach meiner Spielrunde noch etwas im Saal herum geguckt und eine große Dungeons and Dragons Runde bewundert, die mit enormen Aufwand eine Mini-Kampagne gespielt haben. Riesige Bodenpläne haben dazu geführt, dass sie tatsächlich die vollen 3 Tage (Freitag, Samstag, Sonntag) ihren Dungeon gelootet haben.

Elite Dangerous

Samstag morgen konnte ich dann um 10:00 Uhr wieder dort aufschlagen, einige Nachteulen haben auch erst um 24:00 Uhr begonnen und bis morgens um 6:00 Uhr gespielt, was ich zwar lustig finde, aber dann doch lieber den Schlaf vorzog. Da der Uhrwerk-Verlag anwesend war und auch viele Support-Runden angeboten worden sind, habe ich mich gleich morgens für MUTANT: Jahr Null eingetragen. Nach kurzem Blick durch den Saal wurde ich auch direkt angesprochen, ob ich nicht Lust habe ein relativ neues System zu testen. Zwar habe ich die alten Computerspiele zu Elite Dangerous nie gespielt, aber die gute Astrophysik des Spiels überzeugt mich direkt. Einige kennen eventuell das Spiel für Amiga oder relativ frisch vor vier Jahren für den Computer, ich allerdings nicht, sodass ich hier eher Vergleiche zu Star Trek oder The Expanse ziehen. Als ehemaliger Astrophysik-Student natürlich ein Leckerbissen.

Das System ist denkbar einfach und basiert auf einem W10 + Fertigkeitswert gegen eine Schwierigkeitsgrenze, genaueres dazu aber in einem noch folgenden Video. Wir durften als vier Polizisten des Imperiums einem Hilferuf nachgehen, ein Frachttransporter treibt ohne Schilde im All, keine Lebenszeichen an Bord. Wir wurden ausgeschickt um hinter die Fassade zu blicken und den Untergang unser ganzen Raumstation zu verhindern! Mir bisher komplett unbekannt und noch nur auf englisch verfügbar, hat es mich dennoch überzeugt und bekommt mein Siegel für ein schönes SciFi PnP RPG (mit großem Science).

MUTANT: Jahr Null

Wie gesagt eine Support-Runde des Uhrwerk-Verlags (Chef Patric Götz war übrigens auch anwesend). Das Buch ist nach einem Erfolgreichen Kickstarter und einer Nachbestellung leider überraschend ausverkauft, sonst hätte ich direkt nach dem Spiel zugegriffen. Aber ich sagte ja schon in der Einleitung, dass der schwarze Kasten oder die Box überlebenswichtig sind und so zogen wir auch…

Nach dem kurzen Charakterbau unserer Mutanten mit verschiedensten Klassen und Fähigkeiten wurden wir ins postapokalyptische Hamburg entlassen und mussten dieses heilige Gerät finden. Das wir uns in Hamburg befanden, war den Spielern dank Flussverlauf der Elbe und der Alster im Norden zwar klar, den Mutanten ingame hingegen nicht. Wir bereisten also das urbane Ödland, umgingen Kannibalen und Säure-Gras und fanden schließlich weitere Hinweise auf das mysteriöse Eden, was vielleicht eine neue Heimat der Arche werden könnte.

Lustige Würfeltabellen, kreative Ideen der Spieler und gute Stimmung am Tisch. Eine herrliche Runde für mich zum Abschluss am Samstag Abend. Nachdem wir den schwarzen Kubus aus den Klauen von anderen Mutanten gerissen haben und zurück kehrten, endete die Runde nachts. Aus der Beschreibung der unbekannten Technik konnte ich mir leider keinen Reim bilden, unser Spielleiter Michel erzählte uns später, dass wir unser Leben für einen Kaffee-Vollautomaten riskiert haben. Unser Ältester (einziger Mensch unter uns 200 Mutanten und von Beruf Hausmeister) konnte wie gesagt ohne den Apparat “nicht weiterleben”.

Fazit

Am Sonntag ging der Spaß wie gesagt weiter, ich habe mich aber dank Erkältung und fehlender Stimme dazu entschlossen zuhause zu bleiben und etwas zu kurieren. Es war ein grandioser Spaß, richtig gute Stimmung bei allen und ich komme gerne wieder. Es gab neben dem Uhrwerk-Verlag noch viele weitere Stände, unter Anderem waren anwesend der gute Greifenklaue mit seinem Stand, die Leute von Freebooters Fate mit hübschem Tabletop Gelände, das Autorenkollektiv Quindie und ein paar Zeichner, die gegen wirklich kleines Geld hübsche Charakterzeichnungen angefertigt haben. Leider konnte ich nicht in allen Runden mitspielen, da natürlich viel gleichzeitig angeboten wurde. Spiele gab es zumindest für jeden genug, sodass noch durchaus mehr Platz gewesen wäre. Auf Rücksprache mit der Orga wurden um die 150 Gäste gezählt, eventuell korrigiert sich die Zahl noch etwas nach oben, da gerade der ganze Sonntag für alle kostenlos wäre.

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Greifenklaue
Gast

Klasse Bericht, klasse Runden – auf einiges hätte ich auch Bock gehabt! Trotzdem hatte auch ich einige gute Gespräche, interessante Beratungen und mit dem Exit-Game, welches der Braunschweiger Zeichner illustriert hat, auch eine Kleinigkeit gekauft.

Greifenklaue
Gast

Was hast Du bei Beyond the wall angeboten? Wurde das Dort noch während des Abenteuers genutzt? (Ich mag z.B. das Feenabenteuer von Daniel gern, aber da bleibt das Dorf fast außen vor.)