Rezension: Der Leichenthron – Die Schattenchronik von Terra

Wie der Untertitel schon sagt, geht es im Leichenthron um eine Geschichte auf einem Planeten, der eine besondere Mystik auf uns hat. Wie sieht Terra nach 40.000 Jahren aus? Welche Aufgaben hat die Inquisition im heiligen Sol-System, wenn dort eigentlich alles in Ordnung sein sollte? Die Schattenchronik klärt diese Fragen und schaut unter den Teppich, unter den die Ekklesiarchie zehntausend Jahre lang ihren Dreck gekehrt hat!

Die Fakten

330 Seiten

Preis: 22,50 €  //  Preis pro Seite: 7 Cent

Erschienen: Juli 2017

Autor: Chris Wraight

Inhalt

Das Buch begleitet die Interrogatorin Luce Spinoza bei ihren ersten Schritten auf der heiligen Thronwelt Terra. Abkommandiert von ihrer Lord-Inquisitorin wird sie einem anderen Kollegen unterstellt und muss sich mit den Fakten sehr schnell anfreunden. Von dem Planeten aus Mythen und Sagen ist wenig zu sehen, wenn dort zwischen den Hab-Blocks geforscht wird. Spinoza stellt fest, dass nur die oberen Schichten aus Gold strahlen und der Rest der Welt ähnlich verseucht und kriminell ist, wie andere Systeme in der Galaxie. Als Absolventin der Schola Progenium und Mitglied des Adeptus Sororitas wird besonders ihr Glaube besonders stark getestet. An der Seite von Inquisitor Erasmus Crowl wird gefoltert, geschossen und gejagt. Sie selbst durfte schon in einer früheren Kurzgeschichte an der Seite der Imperial Fists kämpfen, dieses Mal wird sie und ihr Meister jedoch mit den Wächtern des Palastes konfrontiert. Hier endet die Zuständig der Inquisition und jeder Schritt in die falsche Richtung kann mit einem Bolterschuss der Custodes (siehe auch das Titelbild) belohnt werden. Als sich zwischen die Ketzer auch noch das Adeptus Mechanicus mischt, wird der Fall zu einer politischen Hölle! Der Weg des Ordo Haereticus führt direkt unter den Thronraum…

Unter ihnen sausten Tausende kleine Flieger durch die schmutzigen Wolken zwischen den Türmen und trugen ihren Teil zum düsteren Dunstschleier bei, der die unteren Ebenen vernebelte. Millionen rote Positionslumen blinkten trübe in diesem Meer aus immerwährender Düsternis.

Über ihnen, kaum sichtbar vor dem knochengrauen Hintergrund des Himmels, sah sie die Schatten der Wachstationen im niederen Orbit, die mit ihren Abhöranlagen und Augursystemen die Oberfläche abtasteten. Darüber kreisten die Ungetüme des Abwehrnetzes, einige so alt wie das Imperium selbst, über denen unzählige Raumschiffe durch das eisige Vakuum segelten, Anker lichteten, anlegten oder im Orbit patrouillierten.

Aufmachung des Buches

Was mich nicht nur verwirrt sondern auch stört, ist das Format. Die neuen Ausgaben der Black Library sind normalerweise alle in der selben Größe und als Softcover herausgegeben. So können die Bücher im Schrank nebeneinander aufgereiht werden, ohne dass eins aus der Reihe fällt. Dieses Buch ist nun aber etwas höher und im Hardcover herausgeben. Was die Engländer dazu bewegt hat, weiß ich nicht, allerdings wird auch der bald folgende zweite Teil ebenso im Hardcover erscheinen [wenigstens das].

Wieso eigentlich Chronik?

Ich habe mich lange gefragt, weshalb der Untertitel nun Chronik ist. Suggeriert wird eine längere Reihe an der Seite von Crowl oder der Interrogatorin Spinoza. Im August 2019 soll nun endlich der hohle Berg folgen. Wer den vorliegenden Roman gelesen hat, wird den Titel des zweiten Buches deuten können. Teil 1 endet mit einem Cliffhanger bei dem es weitergehen wird. Es wird durchaus angedeutet, dass nach dem fulminanten Finale Ketzer übrig geblieben sind und ihr Sieg nur von kurzer Dauer ist.

Selbstverständlich wird die Geschichte weiter verfolgt und bei Zeiten dann hier weiter rezensiert, sollte das Buch denn erschienen sein.

Kritik

Mein Kritikpunkt des Tempus bei Herren der Stille wird hier nicht aufgegriffen und der Roman ist so geschrieben, wie es sein sollte. Chris Wraight schafft es dieses Mal mich auf voller Linie abzuholen und zeichnet ein (un-)schönes Bild unserer Erde. Ich habe mich sehr lange gefragt wie diese Grab- oder Thronwelt nun aussieht. Ist sie tatsächlich so toll, wie in der Propaganda-Maschinerie immer behauptet wird. Die Antwort ist nein und daher lade ich jeden ein dieses Buch zu lesen. Grade wenn ihr selbst Schattenjäger der Inquisition spielt, dann hat dieses Buch viele Vorlagen für euch. Im Gegensatz zu dem sehr direkten Vorgehen von Eisenhorn und seiner Crew, kann Crowl hier voll und ganz punkten, weil er Aufträge auch mal dirigiert und nicht alles gefährliche selbst angeht.

Abzüge?

Neben dem oben angesprochenen Format (was die Black Library verpasst hat und nicht Chris Wraight) ist mir leider das Finale am Ende etwas zu sehr wired. Unzählige Mutanten, Ketzer und Wahnsinnige, die versuchen den Untoten Imperator zu erlösen, Adeptus Custodes mit ihren Waffen und mitten drin die Inquisition, die das Schlimmste verhindern muss. Es fühlt sich nach den ersten 250 Seiten nicht mehr richtig an und will einfach zu viel. Ehrlich gesagt mag ich das Bild des Custodes auf dem Roman auch nicht wirklich, das sorgt aber nicht für Punktabzug.

Bonus

Auch auf Terra werden Türen eingetreten und die Bewohner nicht nach ihrem Einverständnis gefragt. Manchmal können sie das aber auch nicht mehr

Der metallische Geruch alten Blutes vermischt mit Schimmel und Verfall hing in der Luft. Die niedrige Decke verlieh der dunklen, stickigen Halle eine klaustrophobische Atmosphäre. Früher einmal war der Raum ein Lager für schwere Toxkisten gewesen, doch es wurde schon lange nicht mehr genutzt.

Sie gingen an verfallenen, staubbedeckten Transportbuchten vorbei. Crowl betrachtete den Boden und entdeckte Risse im Pflaster, dessen Untermauerung vor langer Zeit verrottet war.

“Passt auf, wo ihr hintretet”, warnte er, während er Hegain vorsichtig folgte. Sie erreichten eine weitere Hall, etwas größer als die letzte, aber genauso heruntergekommen. Der Geruch nach menschlichen Ausdünstungen war hier stärker.

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Clawdeen
Gast

Danke für den Einblick!
Ich finds bei diesen Mengen an Romanen zu Spielen/Settings immer total schwierig, irgendwo einen Anfang zu finden oder mich überhaupt auch nur irgendwie zu orientieren.
Wenn du dich also da mal eingefuchst hast, wäre es mega, wenn du da mal eine Übersicht bloggen würdest.
Ja, es gibt für WH40k solche Listen bereits im Netz, aber wirklich brauchbare im Sinne dessen, dass irgendwie nachvollziehbar ist, wie diese Listen entstanden sind (chronologisch, “Art” etc.), habe ich bislang zumindest nicht finden können.

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