Rezension: Deathwatch

Ich habe vor Kurzem von der mehr oder minder neuen Reihe von Panini Comics gelesen, die sie im Rahmen ihrer  40K Reihe ins Leben gerufen haben. Voll Begeisterung habe ich mich auf den Deathwatch Band gestürzt und für euch die ersten Eindrücke hier verfasst.

Die Fakten

116 Seiten

Preis: 17 €  //  Preis pro Seite:  14 Cent

Erschienen: April 2019

Autoren: A. Dembski-Bowden  //  Zeichner: T. Bettin

Aufbau und Inhalt

Auf den ersten paar Seiten findet sich eine Vorstellung der Mitglieder dieses Deathwatch-Teams. Name, Orden und Funktion werden dem Leser mitgeteilt sowie ihre Art des Kämpfens. Danach geht es schnell los und wir werden auf dem Planeten Sidra abgeworfen. Dort versucht die kleine Eingreiftruppe des Ordo Xenos die Spuren einer Invasion zu beseitigen und ist dabei ihren eigenen Worten nach etwas unterfordert, wollen sie doch auf den richtigen Schlachtfelder stehen als durch leere Straßenzüge zu laufen. Während Ghul um Ghul beseitigt wird und die Brüder doch einsehen müssen, dass sie mit der Verschlagenheit und Geschwindigkeit dieser widerlichen Xenoskreaturen mehr zu kämpfen haben, als ihnen eigentlich lieb ist.

Es gibt immer mal wieder Sprünge an Bord einer nahen Fregatte, bei der wir auch die Gedanken ihres Watchcaptains erfahren, dann wieder ein Szenenwechsel zurück zur Eingreiftruppe, die neue Erfolge vermelden. Dann jedoch bleibt es nicht bei einer reinen Säuberungsmission, denn ein Orkwaagh erreicht die Stadt und ehe sie sich versehen stehen sie in einer Horde, sind dem Feind zahlenmäßig weit unterlegen und müssen sich durch ihre Reihen zu einem Vox-Turm schneiden.

Zeichenstil

Die einzelnen Brüder haben allzu oft ihren Helm auf, sind so meist nur über Waffenwahl oder den rechten Schild des Ordens zu erkennen, leider erkennt man sie dank des Zeichenwinkels oder zu viel Blut dann doch nicht. Mit dem Aussehen der Brüder oder den Orks bin ich ganz generell sehr zufrieden. Sie haben den dreckigen Warhammer-Look und wirken exakt so, wie ich sie mir auch vorstellen will. Die Xenos sind furchteinflößend, die Deathwatch ehrfurchtgebietend. Literweise Blut darf nicht fehlen und wenn ich mir die Verletzungen der Einsatzmitglieder ansehe, bekomme ich beim Blick auf die offene Schädelplatte schon etwas Mitleid mit ihnen. Für Kinder ist dieser Comic definitiv nichts!

Abstriche muss ich hier leider bei der Zeichnung der Gesichter machen. So gut, stilecht und rund der Comic auch ist, wenn die Gesichter zu sehen sind, dann bin ich raus. Sie wirken so als wären sie aus anderer Hand gezeichnet oder nur mit einem billigen Charakterbild-Programm zusammengeschustert. Da sie aber meist behelmt kämpfen und das direkte Profil nicht oft zu sehen ist, nicht so wild.

Kritik

Der Comic hat mich stellenweise dank der Art der Erzählung etwas verwirrt. Es gab oft einige Sprünge, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Funksprüche der Brüder, die ich nicht zuordnen konnte, weil ich nicht wusste, wer von ihnen nun mit wem funkt. Die Geschichte spiegelt einen typischen Einsatz der Deathwatch wieder und kann durchaus benutzt werden um darauf seine Pen and Paper Geschichte aufzubauen. Ebenso ist der Blick für Details umwerfend! Die Gebäude und Innenräume, die Raumschiffe oder Waffen haben so viel Liebe erfahren, dass sie sehr dabei helfen sich ein inneres Bild vom Imperium zu schaffen. Für die Beschreibung einer Szenerie im Rollenspiel in meinen Augen sehr zu empfehlen. Die Details gehen sogar so weit, dass bei dem Körperscan der Imperial Fist die fehlende Hand korrekt angezeigt wird. Ich merke bei solchen Dingen einfach, dass Autor und Zeichner hier viel Liebe investiert haben und sich mit der Materie auskennen.

Nach etwa der Hälfte des Comics hatte ich das unbefriedigte Gefühl, dass die Brüder leider noch sehr farblos bleiben und ihre Geschichte nicht stark genug ist. Sie einfache Abziehbilder sind und ihre Persönlichkeit nicht offenbart wird, doch dann gab es Flashbacks zu dem Leben vor ihrem Einsatz und wie sie dorthin kamen, wo sie jetzt stehen. Glücklicherweise hat ihnen das dann doch mehr Leben eingehaucht und ich konnte zufrieden weiterlesen.

Der Comic erklärt sehr wenig. Wer sich nicht oder nur sehr wenig mit den Ordensmitgliedern der Adeptus Astartes, der Sternenkrieger, auskennt, der wird hier nur Blut und Morde sehen. Eintauchen und sich verlieren könnt ihr wahrlich nur, wenn ihr die Grundlagen der Space Marines kennt. Dann aber werdet ihr umso mehr Spaß mit dem Band haben.

Für mich war dies nach langen Jahren tatsächlich wieder das erste Mal, dass ich in eine Graphic Novel geschaut habe, muss aber sagen, es lohnt sich und für kleines Geld (Preis pro Seite) lohnt sich hier der Griff ins Bücherregal. Gerade wenn ihr Bock auf Warhammer 40K habt und/oder Deathwatch leiten wollt: Pflichtkauf.

Mein persönliches Highlight: Der SpaceWolf, der sich im Säureregen, besagter offener Schädeldecke und einer Eisenstange im Brustkorb auf die Orks stürzt um heldenhaft sein Ende zu finden. Das ist Warhammer: dreckig, düster, für den Imperator!

Rezension Deathwatch

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